Frage 5129 von 987 · Jagdprüfung Oberösterreich
Ein Landwirt beklagt sich bei Ihnen wegen eines jungen Bockes, der in der Lärchen(rein)kultur mehrere Setzlinge verfegt hat. Wie werden Sie mit dieser Situation umgehen? Argumentieren Sie gegenüber dem Landwirt unter Einbeziehung ökologischer Fakten!
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Antwortvorschlag zu Frage 5129
Junge Böcke fegen intensiver und öfterals ältere. Sie müssen sich „präsentieren“. Es macht also Sinn, den territorialen Bock älter werden zu lassen, weil damit insgesamt und langfristig das Verfegen aufgrund der Territorialansprüche drastisch reduziert wird!
Erlegt man den jungen Bock wird das Revier frei und von einem weiteren Bock in Besitz genommen der erneut seine Marken setzen wird. Folge: Noch mehr verfegte Pflanzen!
Eine sinnvolle, lokal begrenzte, wenig aufwändige und wirksame Sofort-Maßnahme ist ein Einzelschutz der Lärchen durch ungewaschene Schafwolle oder Schaffett. Böcke fegen nicht nur um den Bast zu entfernen, sondern markieren ihr Revier mit dem Duft der Stirndrüsen. Der intensive Geruch von Lanolin aus der Schafwolle überlagert jedoch diese Marken. Der Bock meidet daher die behandelten Bäume.
Langfristige Abhilfe verschafft auch ein Angebot an geeigneten Fegegehölzen (Weiden, Hollunder, Vogelbeere, div. Sträucher,…). Den Habitatansprüchen für Rehwild wird so besser entsprochen!
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