Frage 5135 von 987 · Jagdprüfung Oberösterreich
„Die Jagd ist nicht mehr zeitgemäß, man solle doch die Natur den Wildstand regeln lassen“. So die Meinung manche Jagdskeptiker. Wäre es Ihrer Meinung nach möglich, die Natur sich selbst zu überlassen und würde sich ein Gleichgewicht einstellen?
In der Prüfung beantwortest du diese Frage frei. Überleg dir deine Antwort und vergleiche sie dann mit dem amtlichen Antwortvorschlag.
Antwortvorschlag anzeigen
Antwortvorschlag zu Frage 5135
Grundsätzlich gibt es natürliche Regelmechanismen, die im Laufe einer Entwicklungsphase Populationen regulieren. Dazu gehören:
Die Räuber-Beute-Beziehung: Gegenseitige Beeinflussung eines Beutegreifers und seines Beutetieres. Unter natürlichen Verhältnissen reguliert die Anzahl der Beutetiere die Anzahl der Beutegreifer und umgekehrt. z.B.: Mäuse (Beute) – Fuchs & Eulen (Räuber): mehr Mäuse – mehr Nahrung für Fuchs & Eule – Fuchs & Eulen haben mehr Nachkommen – dadurch dezimiert sich auch die Mäusepopulation – weniger Mäuse – weniger Nahrung für Räuber – Räuber haben weniger Nachkommen – weniger Räuber –mehr Mäuse … Weitere Bsp.: Wiesel – Maus, Rotwild – Äsungspflanze, Sperber – Singvogel, Schalenwild –Lebensraum, …
Konkurrenz zwischen verschiedenen Wildtierarten (z.B. Rotwild – Rehwild, Fasan – Rebhuhn)
Konkurrenz innerhalb der Art (Raum- und Nahrungskonkurrenz etc. z.B. Rehwild- Rehwild) Konkurrenz verschlechtert die Lebensqualität des Wildes. Stress, Äsung wird weniger, Krankheiten bzw. Parasiten werden mehr, Wildbretgewichte sinken. Natürliche Sterblichkeit – Wintersterblichkeit (Fallwild) steigt. Ohne Einfluss des Menschen würde sich im Laufe einer längeren Zeit ein Gleichgewicht zwischen mehreren Arten einstellen, und zwar derjenigen, die am besten mit den ökologischen Bedingungen zurechtkommen. Diese Arten würden aber auch den Lebensraum gravierend umgestalten!
Wir leben aber in keinem Naturraum, sondern einem Kulturraum. Das heißt, der Mensch ändert die natürliche Artenzusammensetzung nach eigenen Wünschen und Bedürfnissen (z.B. (forst)wirtschaftliche Präferenzen auf bestimmte Baumarten. Daher würde eine Nichtbejagung den menschlichen Zielen entgegenwirken! Menschliche/jagdliche Regulation ist im Kulturraum daher notwendig!
Weitere Fragen: Wildökologie
- 5136Vor allem Feldreviere im Kulturland sind aufgrund ihrer Eintönigkeit oft für Wildtiere wenig interessant. Welche Habitatverbesserungsmaßnahmen bieten sich dem Jäger/der Jägerin, sein/ihr Revier attraktiver zu gestalten? Erklären Sie die ökologische Wirkung der einzelnen Maßnahmen!
- 5138Der Abschussplan wird in Oberösterreich über die Lebensraumbeurteilung erstellt. Vergleichs- und Weiserflächen machen den Zusammenhang zwischen Waldverjüngung und Wildeinfluss sichtbar. Erklären Sie das Prinzip der Lebensraumbeurteilung durch Vergleichs- und Weiserflächen. Was hat dieses System mit Ökologie zu tun?
- 5139Die Hasenpopulation nimmt landesweit aus unterschiedlichen Gründen kontinuierlich ab. Diskutieren Sie mit welchen existenziellen Problemen der Feldhase zu kämpfen hat und wie die Jägerschaft zumindest lokal bestandesfördernd eingreifen kann!
- 5140Mehrere Waldbesitzer in einem Tal klagen neben unkontrolliertem Radtourismus über stetig wachsenden Wildverbiss durch Rotwild in steilen Gebieten. Welche Ursachen und Zusammenhänge könnten hier vorliegen? Welche Maßnahmen würden Sie vorschlagen?
- 5001Was sind die Ziele des Naturschutzes?
- 5002Was versteht man unter konservierendem Naturschutz?