Frage 3221 von 987 · Jagdprüfung Oberösterreich
Sie werden am 25. August um 11:00 Vormittag von Ihrer Nachbarin angerufen, weil sich seit einer halben Stunde in ihrem Garten ein Fuchs aufhält. Er wirkt zerzaust und abgemagert. Wie reagieren Sie als Jäger auf den Anruf der besorgten Frau?
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Antwortvorschlag zu Frage 3221
Der Fuchs zeigt ein atypisches Verhalten (Vormittag in menschlicher Nähe!). Das zerzauste Fell und der abgekommene Gesamteindruck unterstreichen den Verdacht auf Tollwut!
Diese Symptome könnte zwar auch eine führende Fähe aufweisen, im August ist dies aber
auszuschließen!
Tollwut ist eine Zoonose, die auch auf den Menschen übertragen werden kann. Außerdem ist Tollwut eine anzeigepflichtige Erkrankung! Es ist daher dringendes Handeln notwendig!
Sie sagen daher zuerst der Frau jeglichen Kontakt mit dem Tier zu vermeiden. Ein Biss könnte
virushältigen Speichel übertragen. Von der Wunde würde sich der Erreger entlang der Nerven bis zum Gehirn ausbreiten. Sollte es dennoch zu einem Biss kommen, ist unverzüglich ein Arzt
aufzusuchen und eine Tollwutimpfung durchzuführen.
Der nächste Schritt ist eine Anzeige entweder bei der Gemeinde, dem Amtstierarzt oder der Polizei bzw. eine Information des Jagdleiters.
Kann das Tier gefahrlos für Mensch, Haus- oder Nutztiere erlegt werden, so ist das vom zuständigen Jäger zu tätigen. Das verendete Tier ist unter Einhaltung besonderer Schutzmaßnahmen (Mund- Nasenschutz/ Handschuhe) in einem (Plastik)sack der Behörde zu übergeben.
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