Frage 7092 von 987 · Jagdprüfung Oberösterreich

Die Jagd steht zunehmend in der Kritik der Öffentlichkeit, dennoch ist sie ein wesentlicher Teil gelebter OÖ. Landeskultur und -tradition. Wie stehen Sie grundsätzlich zum jagdlichen Brauchtum und wo sollte Ihrer Meinung nach jagdliches Brauchtum auch sichtbar vollzogen werden?

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Antwortvorschlag zu Frage 7092

Jahrhundertealte, erprobte und eingebürgerte Sitten und Gebräuche, die das Weidwerk mit dem stimmungsvollen Gehalt einer hohen Jagdkultur erfüllen zeigen die jagdliche Tradition des Landes in der Öffentlichkeit. Welcher Art sind die jagdlichen Sitten und Gebräuche: Sie sind ethischer und praktischer Art. Es liegt ihnen durchwegs ein weiser Sinn zugrunde. Was soll die Jagd für den Jäger sein: Nicht Hobby, sondern verantwortungsvolles Weidwerk. Woran erkennt man die jagdliche Kultur eines Jägers: An seiner Einstellung zum jagdlichen Brauchtum, also daran, wie er die alten Sitten und Gebräuche anwendet, pflegt und beherrscht. Das jagdliche Brauchtum ist vor allem in der Form des Umganges mit erbeutetem Wild verankert (Streckenlegen, Brüche, Hubertusmesse, …) Karfreitag, zu Allerheiligen und Allerseelen, am Oster- und Pfingstsonntag sowie am Christtag. Am Neujahrstag wird gegendweise gejagt, gegendweise nicht. Am 24. Dezember ist ein kleines Vormittagsjagdl möglich, dem aber kein Schüsseltrieb folgt. Wesentlich zum Erscheinungsbild trägt seine Einstellung zur Weidgerechtigkeit bei. Gegen die Weidgerechtigkeit verstößt beispielsweise, wer unsichere Schüsse riskiert, also etwa zu weite Entfernungen in Kauf nimmt oder bei unzureichendem Licht schießt, wer nicht gewissenhaft nachsucht, wer seinem Standnachbarn Wild „vor der Nase“ wegschießt, wer in der Aufzuchtzeit eine Fuchsfähe oder eine Dächsin (Schonzeit ab 16. Jänner) erlegt, ….
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