Frage 2096 von 987 · Jagdprüfung Oberösterreich
Der Drilling – einer für alles! Wie stehen sie zu dieser Aussage? Argumentieren sie mit Pros und Contras!
In der Prüfung beantwortest du diese Frage frei. Überleg dir deine Antwort und vergleiche sie dann mit dem amtlichen Antwortvorschlag.
Antwortvorschlag anzeigen
Antwortvorschlag zu Frage 2096
Der Drilling gehört zu den Langwaffen, er ist eine Kombination aus Büchse (Kugellaufwaffe) und Flinte (Schrotlauf). Der Drilling besteht aus einer Kombination aus drei unterschiedlichen Läufen, er zählt zu den Kipplaufwaffen.
Bauformen:
•klassischer Drilling: zwei nebeneinanderliegende Schrotläufe mit einem meist darunter, seltener darüber, angeordneten Kugellauf
•Doppelbüchsdrilling: zwei nebeneinanderliegende Kugelläufe mit einem meist darunter, seltener darüber, angeordneten Schrotlauf
•Bockdrilling: Schrotlauf mit darunterliegendem Kugellauf und einem seitlich angeordneten Kugellauf
•Büchsflintendrilling: nebeneinanderliegender Schrot- und Kugellauf mit einem meist darunter, seltener darüber, angeordneten Kugellauf
•Waldläuferdrilling bzw. Schienendrilling: zwei nebeneinanderliegende Schrotläufe mit einem kleinkalibrigen Kugellauf in der Laufschiene mittig über den Schrotläufen.
•Flintendrilling bzw. Schrotdrilling: drei Schrotläufe
•Büchsdrilling: bzw. Kugeldrilling: drei Kugelläufe
Der Drilling hat zum Abfeuern der Läufe meist nur 2 Abzüge, wobei der vordere Abzug meist wahlweise für den rechten Schrotlauf und den Kugellauf dient (Standard-Drilling). Der hintere Abzug ist für den linken Schrotlauf. Der vordere Abzug war meist wegen des hohen Abzugsgewichtes mit einem Stecher, einer Vorrichtung zur Minderung des Abzugswiderstandes, ausgestattet.
Der Drilling war über viele Jahre die bevorzugte Jagdwaffe der Jäger, da er für fast alle Jagdarten brauchbar war. Ob Wasserjagd mit Schrot, ob Treibjagd oder Drückjagd, ob Ansitz oder Baujagd, der Drilling war für alles zu gebrauchen. Einen Allroundwaffe, deren einziger Nachteil ein hohes Eigengewicht ist.
Weitere Fragen: Kenntnis der gebräuchlichen Jagdwaffen
- 2097Waffen der Kategorie B auf der Jagd – was ist dabei zu beachten?
- 2098Bleischrot versus bleifreien Schrot – warum wird Bleischrot verboten und wo gilt dieses Verbot?
- 2099Bleischrot ist in und um Feuchtgebiete verboten – die Alternative ist eine bleifreie Munition, umgangssprachlich oft als „Stahlschrot“ bezeichnet. Kann man auf diese Alternativmunition problemlos umsteigen?
- 2001Welche Gefahren ergeben sich beim Schrotschuss?
- 2002Welche Schrotgrößen enthalten die vorgelegten Patronen?
- 2003Was versteht man unter dem Begriff GEE, welche Bedeutung hat sie für die Jagd?