Frage 3228 von 987 · Jagdprüfung Oberösterreich

In meinem Revier kommen immer wieder Rehe vor, die mit Hautdasseln befallen sind - kann das Wildbret trotzdem verwertet werden? Gibt es Möglichkeiten einer Bekämpfung? Geben Sie ausführlich Auskunft!

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Antwortvorschlag zu Frage 3228

Die Hautdasselfliege des Rehwildes ist 10 bis 12 mm lang, fliegt von Mai bis August und legt ihre Eier auf Haare der hinteren Körperpartien von Rehen, Rot- und Damwild, seltener Muffel- und Gamswild ab. Aus den Eiern schlüpfen Larven, diese bohren sich durch die Haut ein und wandern unter der Haut zum Rücken, wo sie etwa ab Anfang Dezember ankommen und später „Dasselbeulen“ mit Atemlöchern bilden. Die Parasiten schwächen die Rehe, ihr Wildbretgewicht liegt meist um 1kg unter dem nicht befallener Stücke. Im März schlüpfen die Larven über die Atemlöcher durch die Haut und verpuppen sich im Boden. Ab Mai schlüpfen die adulten Insekten. Typische Symptome für einen Dasselbefall sind flächenhafte, blutig-sulzige Bereiche in Unterhaut und Muskulatur, später Bindegewebskapseln mit ca. 3 cm langen Larven. In den Dasselbeulen findet sich neben der Larve eine schleimige Flüssigkeit, seltener Eiter. Bei sichtbaren Veränderungen der Muskulatur (sulzige Auflagerungen, Blutungen, Eiter) bzw. deutlicher Abmagerung sind befallene Stücke nicht verwertbar! Eine Eigenverwertung nicht befallener Teile von nicht abgekommenen Stücken ist möglich. Medikamentöse Behandlung von Wildtieren ist grundsätzlich verboten und daher keine Alternative. Lediglich die Absenkung der Wilddichte reduziert das Infektionsrisiko und ist bei massivem Befall das Mittel der Wahl.
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