Frage 3229 von 987 · Jagdprüfung Oberösterreich

In einigen lokal begrenzten Regionen wurden zahlreiche Rehe verendet aufgefunden. Alle waren stark abgekommen mit erheblich verschmutzten Hinterläufen. Beim Öffnen des Darmtrakts fiel eine rote Wandfärbung auf. Auf welche Krankheit weisen die Symptome hin? Wie können weitere Ausfälle in der Rehwildpopulation vermieden werden?

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Antwortvorschlag zu Frage 3229

Die Symptomatik weist auf eine Parasitose mit dem gedrehten roten Magenwurm hin (Hämonchose). Die Parasiten leben im Labmagen von Wild- und Hauswiederkäuern, ernähren sich von Gewebeteilen und saugen Blut aus der Labmagenschleimhaut. Dadurch kommt es zu großen Blutverlusten und zur Anämie. Eine Infektion mit Magen-Darmwürmern erfolgt über die Aufnahme von Larven. Diese klettern in der Dämmerung auf Futterpflanzen und werden dann über die Äsung vom Wild aufgenommen. Im Inneren des Körpers entwickelt sich die Larve zum adulten Darmwurm, der im Magen-Darm-Trakt des Wildes lebt. Bei leichtem Befall ist der Wurm oft erst nach der Öffnung des Darmtrakts zu erkennen. Bei stärkerem Befall sind die Parasiten direkt nach der Öffnung sichtbar, da der Darmtrakt meist rötliche Verfärbungen aufweist. Bei starkem Befall leidet das Wild oft an starkem Durchfall und Abmagerung, was sich durch kotverschmierte Hinterläufe und den Spiegel des Rehs zeigt. Der Haarwechsel kann ebenfalls leiden, was sich durch struppiges und glanzloses Fell äußert. Ein extrem starker Befall kann zu schweren klinischen Schäden führen. Die Tiere verenden in der Regel durch Erschöpfung. Solche befallenen Rehe sind, insbesondere bei starker Abmagerung, ungeeignet für den menschlichen Verzehr. Eine medikamentöse Behandlung ist bei Wildtieren grundsätzlich nicht zulässig. Damit nicht noch mehr Tiere verenden hilft nur eine vorübergehende drastische Reduktion des Bestandes. Vor allem Exemplare mit Symptomen sollten schnellstmöglich entnommen werden, um die Übertragungswege einzuschränken.
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