Frage 6082 von 987 · Jagdprüfung Oberösterreich

Heutzutage werden mit modernem Waldbau standorttaugliche und „klimafitte“ Bestände bzw. Wälder herangezogen. Welche Arten der naturnahen Waldbewirtschaftung kennen sie und was sind ihrer Meinung nach die Vorteile einer derartigen Bewirtschaftung gegenüber einer schlagweisen Nutzung der Bestände?

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Antwortvorschlag zu Frage 6082

Angestrebt werden standorttaugliche, möglichst naturnah aufgebaute stabile Mischbestände unter optimaler Ausnützung der Naturverjüngung. Wenn möglich soll von Kahlschlägen Abstand genommen werden. (Ausnahmen im Gebirge wegen der erschwerten Verhältnisse) Unnatürliche Reinbestände sollen in stabile Mischbestände überführt werden. Durch die div. Waldpflegetätigkeiten soll es zu einer Steigerung der Stabilität und Wertleistung kommen. Die Holzernte muss nach den Regeln der Nachhaltigkeit (es darf nur so viel Holz geerntet werden wie nachwächst – Forstgesetz) durchgeführt werden. 1.Saumschlag Saumschläge sind ca. 20 – 40 m breite, dosiert aufgelichtete Waldbestandsränder mit günstigen Bedingungen für die Ansamung und Entwicklung der Naturverjüngung. Oft werden aber unter Saumhieben auch schmale Kahlschlagstreifen verstanden, die durch seitlichen Sameneinflug noch weitgehend natürlich verjüngt werden können. 2.Schirmschlag Schirmschläge sind mehr oder minder großflächige und gleichmäßige Auflockerungen des Altbestandes zur Einleitung der Naturverjüngung unter dem Bestandes Schirm. Fehlstellen in der sich entwickelnden Verjüngung können durch künstliches Einbringen von Pflanzmaterial ergänzt werden. Beim Schirmschlag werden die letzten überschirmenden Altbäume ebenso wie beim Saum- und Femelschlag erst nach ausreichender Entwicklung der Naturverjüngung geerntet. (Verjüngung wird „freigestellt“) 3.Femelschlag Beim Femelschlag erfolgt bei der Holzernte zunächst eine unregelmäßige, kleinflächige (gruppenod. horstweise) Auflockerung des Altbestandes zur Verjüngungseinleitung. Bei fortschreitender Entwicklung der Verjüngung werden weitere Altbäume entnommen und die Verjüngungsgruppen am Rand erweitert. Vom Zentrum her wird die Naturverjüngung sukzessive freigestellt. 4.Plenterung Unter Plenterung versteht man die einzelstammweise Nutzung des Waldes. Die Plenterung führt zu der für diese Bewirtschaftungsart typischen horizontalen und vertikalen Differenzierung des Bestandes. Das bedeutet, dass in einem Bestand Bäume verschiedener Durchmesser und Höhen vorhanden sind. Durch diese Strukturierung kommt es zu einer optimalen Ausnutzung das Stand- und Kronenraumes. Es bilden sich stabile Bestände die eine geringere Anfälligkeit bezüglich Schneebruch- und Windschäden haben. Weiters zeichnen sich diese Bestände durch ausgezeichnete Schutzwirkung gegen Lawinen, Steinschlag, Bodenerosion etc. aus. Eine Bewirtschaftung nach Plenterprinzipen ist arbeitsaufwendig und erfordert hohes forstliches Wissen.
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