Frage 4103 von 987 · Jagdprüfung Oberösterreich
Der Feldhase ist ein typischer Vertreter des Kulturlandes. Aus verschiedenen Gründen nehmen die Hasenstrecken aber landesweit immer mehr ab. Worin sehen Sie die Gründe, wie weit spielt die Jagd dabei eine Rolle und welche Maßnahmen können Ihrer Meinung nach ergriffen werden, um diesen Trend zu stoppen?
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Antwortvorschlag zu Frage 4103
Der wichtigste Grund für den Rückgang des Feldhasen ist die hochintensive Landbewirtschaftung. Die Intensivierung führt zum einen zu immer größeren Feldern, die sehr strukturarm und eintönig geworden sind. Auf solchen Flächen gibt es für den Feldhasen zu wenig Schutz und zu wenig Nahrung. Denn der Feldhase braucht abwechslungsreiche pflanzliche Kost, bestehend aus Gräsern, Kräutern, Wurzeln und Knollen.
Zum anderen nimmt die Vielfalt der angebauten Ackerfrüchte ab. Diese einseitigen Fruchtfolgen mit wenigen Ackerkulturen bieten dem Feldhasen ebenfalls keine ausreichende Nahrungsgrundlage. Auch die intensive Anwendung von Pestiziden reduziert natürlich die Anzahl der Beikräuter. Und der Einsatz von großen Düngermengen sorgt dafür, dass vor allem eiweißhaltige Gräser wachsen, und die Kräuter, die der Hase als Nahrung benötigt, immer weniger werden.
Zusätzlich reduzieren natürliche Feinde wie hohe Fuchsdichten, streunende Katzen und Krähen die Hasenpopulation.
Die Jagd spielt – solange sie im Bereich der kompensatorischen Sterblichkeit ausgeübt wird – keine wesentliche Rolle. Erst bei sehr geringen Dichten kann auch die jagdliche Entnahme Einfluss nehmen, weil dadurch eine genetische Verarmung erfolgt.
Hohe Dichten erreicht er in Ackerbaugebieten mit einem mosaikartigen Wechsel von verschiedenen Feldfrüchten und Brachstreifen, die ihm auch im Winterhalbjahr genügend Deckung bieten. Der Feldhase besiedelt aber auch den urbanen Raum und kann lokal - wie andere Vertreter aus der Familie der Hasenartigen (vgl. Kaninchen) - in städtischen Grünanlagen z.T. in hohen Dichten vorkommen.
Hecken pflanzen sorgt für ganzjährige Deckung
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