Frage 3125 von 987 · Jagdprüfung Oberösterreich

Ein Landwirt versteht nicht, warum er vor der Mahd seiner Wiese einen Jäger informieren soll. Erklären Sie ihm die Hintergründe!

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Antwortvorschlag zu Frage 3125

Gemähte Kitze oder Teile davon können beim Verwesen unter sauerstoffarmen Bedingungen (Silo) Botulinum-Toxin verursachen (Ausscheidung von Bakterien). Die Folge wäre, dass Nutztiere daran eingehen können. Das Tierschutzgesetz sieht außerdem vor, dass Wildtiere nicht vorsätzlich gequält oder getötet werden dürfen. Die Mahd könnte aber genau das provozieren. (In einem Urteil aus Deutschland heißt es: „Bei Verstoß gegen eines der angeführten Gesetze ist laut § 17 TierSchG eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder Geldstrafe zu verhängen. Der Tatbestand ist erfüllt, wenn ein Wirbeltier ohne vernünftigen Grund getötet wird oder einem Wirbeltier aus Rohheit erhebliche Schmerzen, Leiden, länger anhaltende bzw. sich wiederholende erhebliche Schmerzen und Leiden zugefügt werden. Ein Verstoß liegt allerdings nur vor, wenn dies mit Absicht geschieht, oder als mögliche Folge einer Handlung billigend in Kauf genommen wird. Natürlich haben keine Landwirtin und kein Landwirt die Absicht Tiere bei der Mahd zu töten. Für eine billigend Inkaufnahme reicht allerdings nach einschlägiger Rechtsprechung, dass keine Vorsorge getroffen wurde, obwohl im Vorjahr Rehkitze auf der Fläche vorgefunden wurden. Auch wenn bereits ein Kitz auf der Fläche getötet oder verletzt wurde, muss die Mahd unterbrochen werden und Vorsorge getroffen werden, um Rechtssicherheit zu erhalten.“ (Quelle: https://www.agrarheute.com/technik/gruenlandtechnik/rechtsfragen-kitzrettung-muessenlandwirte-beachten-580223 [18.03.2026]))
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