Frage 2072 von 987 · Jagdprüfung Oberösterreich

Bei einem Winkelschuss 35° nach oben sitzt der Treffer auf 100m statt der erwarteten +4cm auf +6cm. Wie können sie dieses Phänomen erklären und was ist bei der Jagd zu beachten?

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Antwortvorschlag zu Frage 2072

Beim Schuss wirken auf das Projektil zwei zusammengesetzte Bewegungen, zum einen die waagrechte Fortbewegung nach vorne und zum anderen die Schwerkraft nach unten. Das Geschoss beschreibt daher eine Parabel. Entscheidend ist dabei die horizontale Entfernung, also wie lange - einfach ausgedrückt – die Schwerkraft auf das Geschoss wirkt. Schießt man steil nach oben, verkürzt sich dadurch die horizontale Distanz (bei einem Schuss von 90° ist theoretisch die horizontale Distanz 0, das Geschoss wird demnach nur mehr abgebremst aber nicht in der Flugbahn verändert), der Geschossabfall endet daher bereits früher. Bei einem Winkel von 35° verkürzt sich die horizontale Distanz auf nur mehr 82% (cos 35 = 0,82), der Treffer sitzt also hoch, weil das Geschoss durch die Schwerkraft nicht so lange nach unten gezogen wird. Jagdlich bedeutet das vor allem bei weiten Distanzen: leicht drüber halten!
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