Frage 10022 von 987 · Jagdprüfung Oberösterreich

Jäger sind durch ihre Aktivitäten in Wald- und Wiesenbereichen besonders gefährdet von einer Zecke gebissen zu werden. Was ist nach einem Zeckenstich zu tun? Erklären Sie, warum welche Schritte wichtig sind, und kann aus Ihrer Sicht das Risiko von Spätfolgen durch Zeckenbisse gesenkt werden?

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Antwortvorschlag zu Frage 10022

Die wichtigste Maßnahme ist das möglichst schnelle, aber behutsameEntfernen der Zecke. Das früher übliche Abtöten mit Alkohol, Öl, Kleber, … ist unbedingt zu vermeiden. Auch Drehen bringt nichts! Die Zecke mit einem geeigneten Werkzeug (Zeckenzange, Pinzette, Fingernägel) fassen und über den Rücken mit einem Ruck herausziehen. Zecken können bei einem Stich FSME-Viren sofort übertragen. Nach zunächst grippeähnlichen Symptomen können sich im weiteren Krankheitsverlauf das Gehirn und die Hirnhäute entzünden. Langzeitschäden wie Lähmungen können bestehen bleiben. Dagegen hilft nur ein vorbeugender Impfschutz Neben FSME-Viren können bei einem Zeckenstich auch Borrelien (Borreliose-Bakterien) in die Blutlaufbahn gelangen und eine Lyme-Borreliose auslösen. Diese Erreger leben im Magen der Zecke und werden erst nach einiger Zeit oder beim Abtöten der Zecke (Muskulatur erschlafft) übertragen. Borreliose beginnt meist mit einer ringförmigen Hautveränderung rund um die Stichstelle (Wanderröte) und ist ein häufiges Symptom dieser Infektionskrankheit. In der Regel verläuft die Borreliose in drei Stadien: Phase 1: Wanderröte mit oder ohne Allgemeinsymptome wie Fieber und Kopfschmerzen, Phase 2: Entzündungen der Hirnhäute, brennende Nervenwurzelschmerzen, ev. Herzentzündungen, Phase 3: chronische Arthritis, Haut wird bläulich und dünn („Zigarettenpapierhaut“) Vorsorge: lange Kleidung tragen, Zeckenabweisende Mittel benutzen, nach dem Aufenthalt im Grünen den Körper gründlich absuchen Gegen die Lyme-Borreliose mehrere Tage nach einem Zeckenstich auf eine Hautveränderung achten FSME-Impfung!
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